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Unser Programm

Category: Demnächst

THE OUTFIT – Verbrechen nach Mass

Chicago im Jahre 1956: Hierher hat es den Londoner Maßschneider Leonard (Mark Rylance) verschlagen, der mit seinen exzellenten Arbeiten auch die Aufmerksamkeit der Gangsterfamilie Boyle auf sich zieht. Er fertigt für sie exzellente Anzüge, wartet aber auch mit der nötigen Diskretion auf, was die geschäftlichen Gespräche in seinem Laden betrifft. Und er fragt nicht nach, wenn ein Päckchen dort den Besitzer wechselt. Aber eines ist ihm immer klar: Diese Männer mögen wie Gentlemen gekleidet sein, sie sind es aber nicht. Das möchte er auch seiner Assistentin Mable (Zoey Deutch) klarmachen, doch dann werden beide tiefer in die kriminellen Machenschaften
der Boyles verstrickt, als ihnen lieb sein kann, als ein Killer einen verletzten Anderen ins Geschäft schleppt. Nach seinem Oscar für das Drehbuch zu
„The Imitation Game“ liefert Graham Moore ein packendes Regiedebüt ab. Die Hauptrolle in dem doppelbödigen Thriller spielt mit Oscar-Preisträger Mark Rylance (Bridge of Spies - Der Unterhändler, The Trial of the Chicago 7) einer der versiertesten Darsteller seiner Generation. Derbdichten, auf einen Schauplatz konzentrierten Thriller, kann durchaus als moderner “Film Noir“ bezeichnet werden.

DONNERSTAG, 18. 08. | FREITAG, 19. 08. | SAMSTAG, 27. 08. | SONNTAG, 28. 08. (OMU) jeweils 20 UHR

CORSAGE

Weihnachten 1877: Es ist der 40. Geburtstag von Kaiserin Sisi (Vicky Krieps). In ihrer Rolle als Repräsentantin darf sie keine Meinungen äußern, sondern muss für immer die schöne junge Kaiserin bleiben. Um dieser Erwartung zu entsprechen, hält sie an einem rigiden Plan aus Hungern, Sport, Frisieren und täglichen Messungen der Taille fest. Doch Elisabeth ist eine wissbegierige und lebenshungrige Frau. Der Wiener Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Kreutzer gelingt die Neuerfindung der „Sisi”. Angelehnt an der Biografie der berühmten Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn entblättert die Filmemacherin Schicht um Schicht den fragilen Seelenzustand der Monarchin und schenkt ihr das Narrativ einer furchtlosen, radikalen Frau. Kreutzer gelingt mit tiefer Empathie für die ikonische Kaiserin die Darstellung ihres Wandlungsprozesses zu einem freien Menschen, der sich von jedem Status, jeder Körperlichkeit und jedem Erwartungsdruck löst. Zum ersten Mal in der deutschen Filmgeschichte wird Kaiserin Elisabeth somit ein authentischer Mensch und eine Frau, die auf einmal so unglaublich nahbar und nachvollziehbar wird.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SAMSTAG, 13. 08. | SONNTAG, 14. 08. jeweils 20 UHR

DER PERFEKTE CHEF – Willkommen in der Familie

Julio Blanco (Javier Bardem) scheint der perfekte Chef zu sein: kompetent, charismatisch und sehr fürsorglich. Als Inhaber eines Familienunternehmens für Industriewaagen ist er beseelt vom Glauben an Gleichgewicht und Gerechtigkeit. Er ist davon überzeugt, dass sein Wort Gesetz ist und trifft seine Entscheidungen einzig zum Wohl der Firma. Das hat ihm Reichtum beschert, Respekt eingebracht und viele Preise. Nur einer fehlt noch: der Preis für exzellente Unternehmensführung der Regierung. Dieses Mal soll es endlich klappen! Doch die glanzvolle Fassade beginnt zu bröckeln, als sich der Firmenchef mit einem entlassenen Mitarbeiter, einem deprimierten Produktionsleiter und einer verliebten Praktikantin herumschlagen muss. Superstar Javier Bardem („No Country for Old Men“) kehrt, mit einem furiosen Auftritt als Patriarch, in sein Heimatland Spanien zurück. Der Oscar-Preisträger zieht alle Register seines Könnens und macht Firmenchef Blanco zu einer
unvergesslichen Figur des modernen Kinos.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
DONNERSTAG, 11. 08. | FREITAG, 12. 08. | SAMSTAG, 20. 08. | SONNTAG, 21. 08. jeweils 20 UHR

ELVIS

Als der Rummelplatz-Manager „Colonel“ Tom Parker (Tom Hanks) auf einen jungen Sänger namens Elvis Presley aufmerksam wird, wittert er eine Sensation: Musik
und Stimme des Sängers sind vom Rhythm and Blues geprägt, aber Elvis ist weiß und diese unerhörte Mischung lässt sich im Amerika der 1950er-Jahre sicher grandios vermarkten. Zudem liefert der junge Mann mit der markanten Haartolle auf der Bühne eine Wahnsinns-Show ab und so wird Elvis bald zum umjubelten Star und
Sex-Symbol. Was allerdings auch die Sittenwächter*innen auf den Plan ruft: Zwei Jahre als Soldat in Deutschland sollen ihm ein Image als braver Vorzeige-Bürger und familientauglicher Hollywoodstar verpassen. Doch davon hält Elvis nicht viel und so dauert es nicht lange, bis er gegen die strengen Vorgaben seines Managers rebelliert. Wenn die Beatles berühmter waren als Jesus, wo stand dann Elvis? Auch 45 Jahre nach seinem Tod ist der King immer noch eine Legende, welcher der australische Regieprofi Baz Luhrmann (Der große Gatsby, Moulin Rouge, Romeo und Julia, Stricktly Ballroom) in seinem ausufernden, exzessiven Biopic ein Denkmal setzt. Ein mitreißender Ritt durch Elvis’ Leben, dessen Mimik und Hüftschwung der bisher kaum bekannte Austin Butler so nahe kommt wie kaum ein anderer.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
SAMSTAG, 06. 08. | SONNTAG, 07. 08. (OMU) | DONNERSTAG, 25. 08. | FREITAG, 26. 08. jeweils 20 UHR

TIGER & DRAGON (RELOADED)

400 Jahre alt ist das wertvolle Schwert, das den beiden Martial-Arts-Kriegern Li Mu Bai und Yu Shu Lien gestohlen wird. Nach einer atemberaubenden Verfolgungsjagd quer über die Dächer findet Lien heraus, wer der maskierte Dieb ist: Jen, die schöne, wilde Gouverneurs-Tochter bewundert seit langem das freie und unabhängige Leben der Schwertkämpfer. Mit der legendären Waffe will sich Jen ein freies Leben erkämpfen und damit einer von ihrer Familie arrangierten Zwangsheirat entgehen. Die Kampftechnik der Martial-Arts-Krieger beherrscht sie schon seit langem im Geheimen. Was Jen aber nicht weiß: ihre Lehrmeisterin Jade Fox ist eine raffinierte und langgesuchte Mörderin. Und mit dieser hat Li Mu Bai noch eine uralte Rechnung offen. Nach den internationalen Erfolgen „Sinn und Sinnlichkeit“,
„Der Eissturm“ und dem amerikanischen Bürgerkriegsepos „Ride with the Devil“ inszenierte Regisseur Ang Lee mit Tiger & Dragon seinen ersten rein chinesischen
Film seit „Das Hochzeitsbankett“. Nicht ohne Grund sein Dasein als einer der erfolgreichsten asiatischen Beiträge an das westliche Kino. Mit dem für zehn Oscars nominierten Film erzielte Lee schließlich vier der begehrten Auszeichnungen, unter anderem in den Kategorien „Bester Ausländischer Film“ und „Beste Ausstattung“.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
DIENSTAG, 02. 08. / 20 UHR

TICS – Mit Tourette nach Lappland

Daniel, Marika und Leo sind drei jungen Leute, die unter dem Tourette-Syndrom leiden. Sie gehören also zu den Menschen, die ständig unkontrollierte Laute von sich
geben oder von chronischen Zuckungen des Körpers geplagt sind. Gemeinsam mit einem Neurologen und einem Psychiater unternimmt das Trio einen Trip nach Lappland.
Sie haben die Hoffnung, in der menschenleeren Natur eine Heilungschance zu finden. Die Erfolge klassischer Therapien, von Elektroschocks bis Cannabis, waren
bislang überschaubar. Allein Leo war während seiner Arbeit, in einer Kita, auf wundersame Weise wie befreit. Kein unkontrolliertes Zucken mehr mit dem Kopf, keine unverständlichen Laute. Bis er Erzieher werden kann, ist es freilich noch ein anstrengender Weg. - in bisherigen Filmen diente das Tourette-Syndrom lediglich als Comedy-Einlage. In dieser Doku geht es nun ans Eingemachte. Die Tics und unkontrollierten Zuckungen des Trios sind zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig. Doch diese Zumutung für den Zuschauer lohnt sich. Die teilnehmende Beobachtung der sensiblen Art eröffnet einen wunderbaren Zugang zu einer gemeinhin unbekannten Welt.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
DONNERSTAG, 28. 07. / 20 UHR

Monsieur Claude und sein großes Fest

Monsieur Claudes Leben läuft längst nicht mehr in den beschaulich Bahnen, die er sich so sehnlich erhofft. Er und seine Frau Marie sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn! Die Aktivitäten seiner „Lieben“ entlocken Monsieur Claude ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden. Indes fragt sich seine Frau, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn der 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will gebührend beschworen sein. Claude schwebt ein romantisches Abendessen à la francaise vor. Dabei ahnt er jedoch nicht, dass die Töchter bereits in aller Heimlichkeit sein persönliches Armageddon planen. Bereits zum dritten Mal kommt das turbulente „Zusammenleben“ der franz. Multikulti-Familie Wiederwillens auch
auf die deutschen Leinwände.
Zum Bundesstart am 23. 07. ist Schauspieler Jochen Hägele zu Gast im Tivoli und auf das Premierenpublikum wartet zudem eine kleine
Überraschung.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
FREITAG, 29. 07. | DONNERSTAG, 04. 08. | FREITAG, 05. 08. jeweils 20 UHR

SIGMUND FREUD – Freud über Freud

„Jude ohne Gott“ lautet der Untertitel der französischen Originalfassung, ein Titel der in der deutschen Fassung zum unverfänglicheren „Freud über Freud“ verändert wurde. Die Grundlage für diesen Film waren die aufwendige Recherchen von Regisseurs David Teboul. Er machte sich viel Muhe damit passendes Material zu finden. Was er entdeckte waren Bilder und Filmschnipsel aus weltweiten Archiven und dem privaten Nachlass der Familie Freud. Aus unzähligen Puzzleteilen setzte er ein Gesamtbild der Freudschen Biografie zusammen, wie man es bisher, in der Öffentlichkeit kaum kannte. Es gibt keine Interviews, es kommen keine Experten zu Wort, nur selten greift eine Erzählerstimme in die Handlung ein, die vom Wollen und Werden eines wissbegierigen Forschers erzählt. Auch der Privatmann Sigmund Freud wird intensiv und facettenreich beleuchtet. - Enorm viel wurde über Sigmund Freud seit seinem Tod vor über 80 Jahren geschrieben, seine Theorien wurden bewundert
und verdammt. Das Sigmund Freud nicht nur Arzt und Psychoanalytiker war, sondern auch Religionskritiker, ist weniger bekannt als andere Aspekte seines Lebens Oft wirkt der Erfinder der Traumdeutung nur noch wie ein Klischee. Der Dokumentarfilm bietet eine komplexe, genau recherchierte Einführung in Mann und Werk.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
DONNERSTAG, 21. 07. / 20 UHR

ONODA – 10.000 Nächte im Dschungel

Japan, 1944. Der 22-jährige Hiroo Onoda, ein japanischer Nachrichtenoffizier, wird im Zweiten Weltkrieg als Leutnant auf die philippinische Insel
Lubang gesendet. Seine Philosophie, die der offiziellen Linie zuwiderläuft, lautet, kein Selbstmord, am Leben bleiben, egal was passiert, die Mission ist wichtiger als alles andere. Als Japan kapituliert, kämpft die abgeschieden lebende Gruppe weiter, Onoda fast 30 Jahre bis 1974. Eine von Mythen
umrankte, aber tatsächlich wahre Geschichte, die in großer Ausführlichkeit erzählt wird. Reich an Atmosphäre ist Arthur Hararis Film, der 2021 in
Cannes als Eröffnungsfilm der Nebenreihe “Un Certain Regard“ lief.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SONNTAG, 17. 07. / 20 UHR

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Murat Kurnaz wird von den USA gefangengenommen und in das berüchtigten Gefängnis Guantanamo verbracht. Als seine Mutter Rabiye davon hört, fällt sie aus allen
Wolken. Sie versteht die Welt nicht mehr. Ja, ihr Sohn ist im sehr religiös, aber doch kein Terrorist. Sie wendet sich an den Anwalt Bernhard Docke, der Murat aus dem Gefängnis holen soll. Was folgt ist ein jahrelanger Kampf, doch die Mutter ist bereit alles für ihren Sohn zu tun und es sogar mit der Regierung Bush aufzunehmen. - Es ist sicher ein kühnes Unterfangen, die Geschichte des „deutschen Taliban“ nicht als knallharten Politthriller, sondern als Komödie zu erzählen. Aber genau damit hatten die Macher um Regisseur Andreas Dresen Erfolg. Auf der 72. Berlinale wurde der Film, mit Zwei Silbernen Bären, zum Jury- und Publikumliebling. Ebenso erhielt der Film Gilde-Filmpreis und wurde gleich zehnfache für den „Friedenspreis des Deutschen Films“ nominiert.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SAMSTAG, 09. 07. + SONNTAG, 10. 07. + FREITAG, 22. 07. jeweils 20 UHR