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Unser Programm

Category: Dieser Monat

TICS – Mit Tourette nach Lappland

Daniel, Marika und Leo sind drei jungen Leute, die unter dem Tourette-Syndrom leiden. Sie gehören also zu den Menschen, die ständig unkontrollierte Laute von sich
geben oder von chronischen Zuckungen des Körpers geplagt sind. Gemeinsam mit einem Neurologen und einem Psychiater unternimmt das Trio einen Trip nach Lappland.
Sie haben die Hoffnung, in der menschenleeren Natur eine Heilungschance zu finden. Die Erfolge klassischer Therapien, von Elektroschocks bis Cannabis, waren
bislang überschaubar. Allein Leo war während seiner Arbeit, in einer Kita, auf wundersame Weise wie befreit. Kein unkontrolliertes Zucken mehr mit dem Kopf, keine unverständlichen Laute. Bis er Erzieher werden kann, ist es freilich noch ein anstrengender Weg. - in bisherigen Filmen diente das Tourette-Syndrom lediglich als Comedy-Einlage. In dieser Doku geht es nun ans Eingemachte. Die Tics und unkontrollierten Zuckungen des Trios sind zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig. Doch diese Zumutung für den Zuschauer lohnt sich. Die teilnehmende Beobachtung der sensiblen Art eröffnet einen wunderbaren Zugang zu einer gemeinhin unbekannten Welt.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
DONNERSTAG, 28. 07. / 20 UHR

Monsieur Claude und sein großes Fest

Monsieur Claudes Leben läuft längst nicht mehr in den beschaulich Bahnen, die er sich so sehnlich erhofft. Er und seine Frau Marie sind seit den multikulturellen Hochzeiten ihrer vier Töchter zwar gestählte Profis im Anzapfen tiefster Toleranzreserven, doch die sind allmählich aufgebraucht. Denn die ungeliebten Schwiegersöhne sind jetzt auch noch ihre Nachbarn! Die Aktivitäten seiner „Lieben“ entlocken Monsieur Claude ungeahnte Fähigkeiten in den Disziplinen Durchatmen, Augenbrauen-Hochziehen und plötzliches Verschwinden. Indes fragt sich seine Frau, wie es eigentlich um ihre Ehe bestellt ist. Denn der 40. Hochzeitstag steht bevor und auch die reife Liebe will gebührend beschworen sein. Claude schwebt ein romantisches Abendessen à la francaise vor. Dabei ahnt er jedoch nicht, dass die Töchter bereits in aller Heimlichkeit sein persönliches Armageddon planen. Bereits zum dritten Mal kommt das turbulente „Zusammenleben“ der franz. Multikulti-Familie Wiederwillens auch
auf die deutschen Leinwände.
Zum Bundesstart am 23. 07. ist Schauspieler Jochen Hägele zu Gast im Tivoli und auf das Premierenpublikum wartet zudem eine kleine
Überraschung.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
SAMSTAG, 23. 07. + SONNTAG, 24. 07. (OmU) + FREITAG, 29. 07. jeweils 20 UHR

SIGMUND FREUD – Freud über Freud

„Jude ohne Gott“ lautet der Untertitel der französischen Originalfassung, ein Titel der in der deutschen Fassung zum unverfänglicheren „Freud über Freud“ verändert wurde. Die Grundlage für diesen Film waren die aufwendige Recherchen von Regisseurs David Teboul. Er machte sich viel Muhe damit passendes Material zu finden. Was er entdeckte waren Bilder und Filmschnipsel aus weltweiten Archiven und dem privaten Nachlass der Familie Freud. Aus unzähligen Puzzleteilen setzte er ein Gesamtbild der Freudschen Biografie zusammen, wie man es bisher, in der Öffentlichkeit kaum kannte. Es gibt keine Interviews, es kommen keine Experten zu Wort, nur selten greift eine Erzählerstimme in die Handlung ein, die vom Wollen und Werden eines wissbegierigen Forschers erzählt. Auch der Privatmann Sigmund Freud wird intensiv und facettenreich beleuchtet. - Enorm viel wurde über Sigmund Freud seit seinem Tod vor über 80 Jahren geschrieben, seine Theorien wurden bewundert
und verdammt. Das Sigmund Freud nicht nur Arzt und Psychoanalytiker war, sondern auch Religionskritiker, ist weniger bekannt als andere Aspekte seines Lebens Oft wirkt der Erfinder der Traumdeutung nur noch wie ein Klischee. Der Dokumentarfilm bietet eine komplexe, genau recherchierte Einführung in Mann und Werk.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
DONNERSTAG, 21. 07. / 20 UHR

ONODA – 10.000 Nächte im Dschungel

Japan, 1944. Der 22-jährige Hiroo Onoda, ein japanischer Nachrichtenoffizier, wird im Zweiten Weltkrieg als Leutnant auf die philippinische Insel
Lubang gesendet. Seine Philosophie, die der offiziellen Linie zuwiderläuft, lautet, kein Selbstmord, am Leben bleiben, egal was passiert, die Mission ist wichtiger als alles andere. Als Japan kapituliert, kämpft die abgeschieden lebende Gruppe weiter, Onoda fast 30 Jahre bis 1974. Eine von Mythen
umrankte, aber tatsächlich wahre Geschichte, die in großer Ausführlichkeit erzählt wird. Reich an Atmosphäre ist Arthur Hararis Film, der 2021 in
Cannes als Eröffnungsfilm der Nebenreihe “Un Certain Regard“ lief.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SONNTAG, 17. 07. / 20 UHR

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Murat Kurnaz wird von den USA gefangengenommen und in das berüchtigten Gefängnis Guantanamo verbracht. Als seine Mutter Rabiye davon hört, fällt sie aus allen
Wolken. Sie versteht die Welt nicht mehr. Ja, ihr Sohn ist im sehr religiös, aber doch kein Terrorist. Sie wendet sich an den Anwalt Bernhard Docke, der Murat aus dem Gefängnis holen soll. Was folgt ist ein jahrelanger Kampf, doch die Mutter ist bereit alles für ihren Sohn zu tun und es sogar mit der Regierung Bush aufzunehmen. - Es ist sicher ein kühnes Unterfangen, die Geschichte des „deutschen Taliban“ nicht als knallharten Politthriller, sondern als Komödie zu erzählen. Aber genau damit hatten die Macher um Regisseur Andreas Dresen Erfolg. Auf der 72. Berlinale wurde der Film, mit Zwei Silbernen Bären, zum Jury- und Publikumliebling. Ebenso erhielt der Film Gilde-Filmpreis und wurde gleich zehnfache für den „Friedenspreis des Deutschen Films“ nominiert.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SAMSTAG, 09. 07. + SONNTAG, 10. 07. + FREITAG, 22. 07. jeweils 20 UHR

DOWNTON ABBEY II – eine neue Ära

Einige Monate nach dem königlichen Besuch auf Downton Abbey sorgt Lady Grantham für Überraschung: Ein verstorbener Liebhaber hat ihr eine Villa an der Côte
d’Azur vererbt. Lord Grantham will nach Frankreich reisen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Während seiner Abwesenheit übernimmt Lady Mary die Verantwortung für das Anwesen. Und die erwartet eine Reihe illustrer Gäste: Die amerikanische Stummfilmdiva Myrna Dalgleish wird nach Downton kommen, um hier einen Film zu drehen – was nicht nur die Crawleys, sondern auch die Dienerschaft in Unruhe versetzt. - Nachdem der erste Kinofilm den Besuch des britischen Königspaares etwas zu ernst genommen hat, geht es nun wieder mehr um den Humor. Die Fans der Bücher und der TV-Serie wird es freuen – ein wunderbar altmodisches
Kinovergnügen.

Unsere Altersempfehlung: ab 12 Jahre
DONNERSTAG, 07. 07. (OmU) + FREITAG, 08. 07. + SAMSTAG, 30. 07. + SONNTAG, 31. 07. jeweils 20 UHR

Leon der Profi

Léon verdient sein Geld als Auftragskiller der Italo-Mafia in den Straßen von New York. Er lebt zurückgezogen und pflegt außer zu seinem Boss einzig zu seiner Topfpflanze ein freundschaftliches Verhältnis. Als die Familie seiner Nachbarstochter Mathilda von DEA-Polizisten brutal getötet wird, flüchtet das Mädchen zu Léon. Um sich an den Mördern ihrer Familie zu rächen, lässt sich Mathilda von Léon zur Profi-Killerin ausbilden. - Vor 25 Jahren war die ungewöhnliche Geschichte, über den hartgesottene Auftragskiller und dem jungen Nachbarsmädchen, zum ersten Mal im Kino zu sehen. Nicht zuletzt auch dank seiner exzellenten Besetzung, mit der späteren Oscar-Preisträgerin Natalie Portman neben Jean Reno und Gary Oldman, beeindruckt der Genreklassiker seit Jahrzehnten, immer wieder aufs Neue. Zum Jubiläum kommt „Leon“ als Director’s Cut und 4K-resauriert, für einen Abend, auf die Leinwände zurück. - Ein Muss!

DIENSTAG, 05. 07. / 20 UHR

Wie im echten Leben

Marianne ist eine angesehene, erfolgreiche Schriftstellerin, die gerade an einem neuen Buch arbeitet. Darin soll es um die wenig beachtete, oft ausgebeutete Arbeiterschicht gehen. Um Einblicke in die realen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erhalten, reist Marianne in die nordfranzösische Hafenstadt Caen. Dort gibt sie sich im Jobcenter als arbeitslose, geschiedene Frau aus, die dringend eine neue Beschäftigung sucht. Das Arbeitsamt beschafft ihr schließlich eine Anstellung als Reinigungskraft.
Schon bald lernt Marianne eine Reihe von Frauen kennen, die seit vielen Jahren diese harte Arbeit machen. Sie freunden sich an. Doch Mariannes wahre
Identität belastet die Beziehungen. - Der Film basiert auf den Erlebnissen der Journalistin Florence Aubenas. Jahrelang hat Oscarpreisträgerin Juliette Binoche („Die Liebenden von Pont-Neuf“, „Der englische Patient“ , „Chocolat „) für die Verfilmung gekämpft. Unter der Bedingung, daß der preisgekrönte Schriftsteller Emmanuel Carrère („Yoga“) das Drehbuch schreibt, hat die Autorin schließlich zugestimmt. Das Ergebnis erschafft eine Menschlichkeit und Wahrhaftigkeit, die bis zur letzten Sekunde tief berührt.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SONNTAG, 03. 07. + FREITAG, 15. 07. + SAMSTAG, 16. 07. jeweils 20 UHR

Parallele Mütter

Die in Madrid lebende Werbefotografin Janis wird bei ihrer Affäre mit dem Anthropologen Arturo ungeplant schwanger. Da Arturo seine Ehefrau nicht verlassen will, beschließt Janis, das Kind alleine großzuziehen. Im Krankenhaus teilt sie sich ein Zimmer mit der ebenfalls ungewollt schwangeren 17-jährigen Ana. Die Geburt ihrer Babys findet am selben Tag statt, fortan unterstützen sich die alleinerziehenden Mütter. Gemeinsam stellen sie sich alten Traumata und Verdrängtem entgegen. Seit seinem Durchbruch in den 80er-Jahren ist der spanische Autor und Regisseur Pedro Almodóvar nicht mehr aus dem Reigen europäischer Filmschaffender wegzudenken.
Mit seinem neuen Film unterstreicht er einmal mehr, daß er nach wie vor einer der spannendsten Geschichtenerzähler ist. Das Drama eröffnete 2021 die
Filmfestspiele in Venedig und bescherte Penélope Cruz den Löwen als “Beste Darstellerin“.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
FREITAG, 01. 07. + SAMSTAG, 02. 07. + DONNERSTAG, 14. 07. jeweils 20 UHR

Der Waldmacher

Eine Revolution der afrikanischen Forstwirtschaft – dies gelang dem australischen Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo zusammen mit seinem Team seit den 80er-Jahren. Wie Rinaudo dies gelang und wie steinig der Weg war, schildert die lehrreiche, unaufdringlich
gefilmte Doku „Der Waldmacher“ von Volker Schlöndorff. Der Film öffnet die Augen für ungenutzte Möglichkeiten und ist von großem Einfühlungsvermögen für die Porträtierten und deren innere Befindlichkeiten geprägt.

Unsere Altersempfehlung: ab 14 Jahre
DONNERSTAG, 30. 06. / 20 UHR