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Auf der Couch in Tunis

Einen unschlagbaren Vorteil haben Regisseure und Regisseurinnen mit Migrationshintergrund: Sie können das Komischste aus zwei Welten in ihren Filmen vereinen. Ein schönes Beispiel dafür ist diese Komödie der französisch-tunesischen Regisseurin Manele Labidi. Nicht lange her, da wurde die Psychotherapie auch bei uns noch als „Seelenklempnerei" abgetan. In der arabischen Welt hält sich diese Skepsis bis heute. Um so mutiger von Selma, nach dem Psychologie-Studium in Paris in ihre Heimat Tunesien zurückzukehren. Dort macht sie eine Praxis für Psychothe­rapie auf. Die Couch ist schnell in ihrer Dachgeschoss-Bude aufgestellt. Doch der Onkel, dem das Haus gehört, ist nicht begeistert. Selma, gespielt von der wild gelockten Golshifteh Farahani, hat den richtigen Riecher: Die Tunesier haben in den Umbruchzeiten, die auf den Arabischen Frühling und die Absetzung von Diktator Ben Ali folgen, einen enormen Redebedarf. Bald stehen sie Schlange vor ihrer Praxis. Während man sich über die Psyche-Tricks diverser Patienten und Patientinnen amüsieren darf, spiegelt „Auf der Couch in Tunis" ganz beiläufig die Situation in Tunesien wider, wo nach der Revolution Chaos und Verunsicherung herrschen.

Unsere Altersempfehlung: ab 16 Jahre
SAMSTAG. 12. 09. und SAMSTAG. 19. 09. jeweils 20 UHR

Ab 12 Jahren Trailer sehen