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Der Mann, der die Welt aß

Dieser Mann ist ein Desaster: verantwortungslos, aggressiv und gierig narzisstisch. Seine Frau mit den gemeinsamen Kindern hat er verlassen, den Unterhalt zahlt er unregelmäßig. Den kranken Bruder hält er auf Distanz und sein bester Freund taugt allenfalls noch als Punchingball und billiger Kreditgeber. Sogar den erfolgreichen Job hat er geschmissen, um sich selbstständig zu machen, „endlich frei zu sein“. Dafür zerstört er alles, was in seinem Leben wichtig war.
Wie und warum er sich so fühlt, darüber spricht er nicht: Ist er depressiv, ist es eine Midlife Crisis, vielleicht ein Burnout?
Als dann sein alleinstehender, dement werdender Vater Hilfe benötigt und er ihn zu sich ziehen lässt, bricht ein Generationenkonflikt auf, der sichtbar macht, wie missverständlich und hilflos diese Vater-Sohn-Beziehung war und ist.
Der Sohn möchte seinem Vater gefallen, der Vater ersehnt sich nichts weiter als den Erfolg des Sohnes. Die Gräben zwischen den beiden sind tief und der Abstieg des Sohnes nicht aufzuhalten.

Johannes Suhms zurückhaltende Adaption des international erfolgreichen Theaterstücks „Der Mann der die Welt aß“ von Nis Momme Stockmann ist das Portrait eines Mannes stellvertretend für eine ganze Generation in ihrer Lebensmitte, auf der Suche nach Identität, im Kampf mit dem eigenen Ego und einer fehlgeleiteten Männlichkeit, der die Vorbilder abhanden gekommen sind und deren eigene seelische Wunden tiefer zu sein scheinen als sie selbst für möglich halten.

Eine Geschichte über männliche Hybris, verdrängte Gefühle, unbewusste Depressionen und den harten Kampf um Erfolg in einer kapitalistischen Welt die wenig Raum für Verletzlichkeit lässt.

SONNTAG 8.05., 20 Uhr